2014.03.16_Chronobiologie: Leben gegen die innere Uhr macht krank
2014. 3. 16. 22:12 from was ich (le)se(h)Die innere Uhr ist uns angebohren. Sie folgt dem Tageslicht als Taktgeber und nimmt Einfluss darauf, ob wir uns müde oder wach fühlen - wirkt
aber auch auf den gesamten Stoffwechsel.
Prof. Dr. Till Roenneberg von Institut für Medizinische Psychologie der Universität München untersucht seit Jahren den Einfluss des Tagesrhythmus auf unseren
Körper. Er sagt: Immer mehr Menschen leiden unter einer Art chronischem Jetlag - weil die innere Uhr von dem Takt abweicht, der uns durch Arbeitswelt und den
sozialen Rahmen vorgegeben wird.
Biologische Uhren gibt es in jedem Lebewesen auf der Erde. Sie geben den Takt für sämtliche Körperfunktionen vor. Beim Menschen ist dieser Biorhythmus sehr
individuell, er hängt unter anderem von Alter, Geschlecht und den Erbanlagen ab. Wissenschaftler unterscheiden verschiedene 'Chronotypen', vom Volksmund gern
in 'Frühaufsteher' und 'Langschläfer' eingeteilt. Die Vorliebe für die frühen Morgen - oder späten Abendstunden ist dabei keine Gewohnheitsfrage, sondern
tatsächlich eine angeborene Eigenschaft. Am wichtigsten für die Funktion der biologischen Uhr ist allerdings das Licht. "Da wir modernen Menschen in Räumen
arbeiten und leben, bekommen wir tagsüber meist nur wenig Licht. Sobald es dunkel wird, verlängern wir den Tag, indem wir künstliches Licht einschalten. Das hat
dazu geführt, dass die Verteilung der Chronotypen immer weiter auseinanderdriftet und der Tag bis weit in die Nacht hinein verlänger wird", erklärt Roennberg.
Lücke zwischen innerer und äußerer Zeitzone.
Irgendwann passt die verschobene innere Uhr dann so gar nicht mehr mit den Schul- oder Arbeitszeiten zusammen, an die wir gebunden sind. Zu den früheren
Chronotypen, die morgens ohne Wecker munter aus dem Bett springen, gehören nur 13% der Bevölkerung. Der Rest lebt im Prinzip gegen seine innere Uhr - ein
Stressfaktor für den Körper. Roennberg spricht vom 'sozialen Jetlag'. Der kann sich äußerst negativ auswirken.
Dick und krank durch sozialen Jetlag?
Ein Leben gegen die innere Uhr hinterlässt Spuren. Schichtarbeiter haben ein höheres Risiko für bestimmte Erkrankungen, besonders wenn sie teils nachts
arbeiten müssen. Aber auch für alle anderen ist es nicht gesund, wenn ihr Tagesrhythmus nicht mit der inneren Uhr im Einklang ist. "Wer immer dann frühstückt,
wenn seine innere Uhr noch auf Schlaf steht, kann auf Dauer Probleme bekommen, die sich u.a. in Übergewicht, dem metabolischen Syndrom oder Diabetes
äußern", sagt Roennberg. Auch gibt es Studien, die zeigen, dass wir mehr essen, wenn unser Tagesrhythmus aus den Fugen geraten ist.
Lichthygiene hilft, die innere Uhr zu stellen.
Die wenigsten können sich ihre Arbeitszeiten aussuchen - und ihre genetische Programmierung auf einen bestimmten Chronotyp schon gar nicht. Mit Licht lassen
sich die Gegebenheiten der inneren und die Erfordernisse der äußern Uhr aber angleichen: Wer schlecht aus dem Bett kommt, sollten in einem nicht abge-
dunkelten Zimmer schlafen. Blaues Licht, wie es von Fernsehern und Bildschirmen ausgestrahlt wird, täuscht Tageslicht vor und bringt den Biorhythmus
durcheinander. Wer abends trotzdem fernsehen will, kann dabei eine gelb getönte Brille tragen. Kurz gesagt: Morgens viel und abends wenig Licht - das
synchronisiert die inner Uhr mit dem sozialen Rhythmus.
Quelle : Orthomol life
* 87%에 속하는 나도 피곤하다...ㅠㅠ